Wenn Hunde Autos testen

Bei der Auswahl des neuen Autos muss man sich über verschiedene Faktoren Gedanken machen. Wer Kinder hat, greift in der Regel nach einem Familienauto, in dem ausreichend Platz zur Verfügung steht. Doch was ist mit Hundebesitzern? Wir haben einfach unsere zwei Hunde mit zu der Testfahrt genommen, um zu prüfen, wie ihnen das Auto gefällt.

Hunde mit an Board

Mit einem Geländewagen unterwegs, mit drei Hunden im Wagen, wollten wird den neuen Volvo XC 90 testen. Unser Ziel war das Hotel Hilton, der Veranstaltungsort der Presse-Fahrvorstellung des neuen XC 90. Bereits der Weg dahin war alles andere als angenehm. Immerhin hieß es, sich durch den Großstadtdschungel zu zwängen, sich mit all den Umleitungen auseinanderzusetzen, bis endlich das Hotel vor uns erschien.

Einer der Mitarbeiter des Presseteams wies uns einen Parkplatz zu. Was er in dem Moment jedoch nicht wusste, war, dass die Hunde den neuen SUV testen sollen. Als wir die Tür öffneten und die drei Hunde auf den neuen XC 90 zusteuerten, war sein Blick einfach unbeschreiblich.

Zerkratzte Eistiegsleiste

Die Hundepfoten nahmen wenig Acht auf die neuen beigefarbenen Ledersitze. Und auch die Eistiegsleiste bekam sofort Einstiegsspuren. Doch zumindest hatten wir es zur Fahrvorstellung geschafft.Bei unserem Anblick erstarrten jedoch die Mitarbeiter des Vier-Sterne-Hotels. Denn Hunde waren in diesem gar nicht erlaubt. So wundert es nicht, dass am Volvo Stand uns die Schlüssel für den Testwagen zügig in die Hand gedrückt wurden, obwohl wir eigentlich erst mal eine Pause einlegen und etwas zu Mittag essen wollten.

Hunde im Hotel nicht erwünscht

Unser Vorhaben, erst mal etwas zu essen, wurde zusätzlich von einem Kellner unterbrochen. Diesem wurde inzwischen mitgeteilt, jemand hätte Hunde mit in das Hotel gebracht. So kam er eilig auf uns zu, um uns mitzuteilen, dass Hunde im Restaurant leider nicht gestattet waren. Wir taten so, als wären wir darüber ziemlich überrascht.

Zumindest zu dem neuen Volvo passten wir hervorragend zusammen. Der SUV mit den T-förmigen Tagfahrleuchten, welche von Volvo als „Thors Hammer“ bezeichnet wurden, soll gleich dem nordischen Gott sehr gefräßig und daneben noch launisch sein. Daher waren wir auf die Fahrt ziemlich gespannt. Die Vorfreude darüber hemmte etwas die Enttäuschung über die verpasste Chance, vorher etwas zu essen. Statt dessen begaben wir uns in die Tiefgarage.

Vor der Testfahrt

In der Tiefgarage trafen wir auf freundlich lächelnde Gesichter, welche uns zu der Fahrvorstellung willkommen hießen. Vor uns standen zwanzig Fahrzeuge aufgereiht in den Farben Schwarz, Weiß, Silber und den Sandfarben. Das sandfarbene Fahrzeug sollte die nächsten zwei Stunden uns gehören. Optisch waren meine Kollegin und ich sehr überrascht. Denn obwohl das Fahrzeug klar geometrische Formen wie seine Vorgänger besitzt, erscheint er dank dem neuen Kühlergrill deutlich bulliger.

Das ideale Auto für Individualisten

Zunächst warfen wir den Blick in die beigelegte Broschüre, welcher nach das Auto ein Fahrzeug für Individualisten sei mit dem nötigen Kleingeld. Im Vergleich zum neuen GLE von Mercedes-Benz beträgt der Basispreis des Volvo immerhin 600 Euro weniger. Bei unserem Testfahrzeug handelte es sich um den XC 90 DC AWD Inskription, welcher für 97.080 Euro zu haben ist. Das Dieselfahrzeug weist 225 PS auf mitsamt Allradantrieb und einem Achtgang-Automatikgetriebe. Der Broschüre nach soll der durchschnittliche Verbrauch bei 5,8 l liegen. Ob dies tatsächlich stimmt, ist uns weiterhin unklar.

Was uns jedoch am meisten interessierte, war die Hundekompatibilität des Fahrzeugs. Unsere Schäferhündin nahm im Kofferraum Platz, welcher mit einem adaptiven Luftfahrwerk ausgestattet ist. Dies ermöglicht das Absenken des Hecks per Knopfdruck, und zwar um fünf Zentimeter. Der Aufpreis hierfür beträgt 2.560 Euro. Für weitere 219 Euro kann man das praktische Hundegitter bekommen.

Als Fünfsitzer bietet der Volvo ein Gepäckraumvolumen von 721 l und in der siebensitzigen Variante weitere 314 l Fassungsvermögen. Dadurch bleibt weiterhin ausreichend Platz für den großen Hund.

Rücksitze etwas zu kurz für große Hunde

Die zwei weiteren Hunde, welche auf den Rücksitzen Platz zu nehmen hatten, waren im Vergleich zu der Schäferhündin weniger zufrieden. Denn die Rücksitze erwiesen sich als überraschend kurz. Für größere Hunde wären die Rücksitze daher sehr unbequem.

Dank dem weichen Leder und Holz im Innenraum sowie den handgefertigten Elementen punktet der Innenraum des Fahrzeugs jedoch trotzdem, denn dieses besitzt tatsächlich die in der Broschüre versprochene „wohnliche Atmosphäre“.

Richtige Klimaanlage für die Hunde im Fahrzeug

Wir wählten unter den drei vorinstallierten Routen im Navi die Wald-Route. Der Motor sprang durch die Betätigung des Startknopfes sofort an. Und die Geschwindigkeit, sowie die Routinenhinweise und die Verkehrsschilder wurden in die Windschutzscheibe projiziert. Das Head-Up-Display war sehr angenehm. Worauf wir jedoch besonders achteten, war die Klimaanlage. Denn Hundebesitzer wissen, dass gerade diese für eine angenehme Fahrt für die Hunde ausschlaggebend ist.

Der Volvo bietet eine Vierzonen-Klimaautomatik bei einem Aufpreis von 600 Euro, welche selbst für die äußeren Sitze der zweiten Sitzreihe eine individuelle Temperatur- und Belüftungsregelung ermöglicht. Die Hunde fühlten sich dadurch sichtlich wohl. Die Vierzonen-Klimaautomatik kann in der siebensitzigen Version nach Wunsch um die Klimatisierung der dritten Sitzreihe ergänzt werden.

Angenehme und sichere Fahrt

Ansonsten fuhr das Auto sehr angenehm. Dabei stellte sich das Lenkrad auf die jeweilige Geschwindigkeit ein und der Spurhalteassistent sorgte zuverlässig dafür, dass das Fahrzeug nicht unerwartet auf der Gegenfahrbahn landet. Durch die vielen Sicherheitssysteme im Fahrzeug scheint eine Kollision fast unmöglich. Trotzdem beinhaltet das Fahrzeug eine Heckaufprallabschwächung, auf die man als Hundebesitzer keinesfalls verzichten sollte.

Vor der Rückfahrt zum Hilton gewährten wir den Hunden einen kurzen Lauf durch den Match, wonach es mit dreckigen Pfoten wieder zum Hotel zurück ging. Zwar war der Tag insgesamt sowohl für uns als auch für die Hunde sehr stressig, doch die Fahrt mit dem neuen XC 90 war es wert. Den hätten sicherlich nicht nur wir, sondern auch die Hunde am liebsten mit nach Hause gefahren.

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