Wissenswertes zum Motorradführerschein

Bei einem Motorrad handelt es sich viel mehr als um ein gewöhnliches Fortbewegungsmittel. Denn kein anderes Gefährt vermittelt solch ein Gefühl der absoluten Freiheit. Bevor man sich auf diesen Spaß jedoch einlassen kann, muss man eine Fahrerlaubnis erwerben. Im Folgenden werden alle Informationen zum Erwerb des Motorradführerscheins gegeben sowie zu den Führerscheinklassen und den anfallenden Kosten.

Voraussetzungen für den Motorradführerschein

Es werden drei verschiedene Führerscheinklassen beim Motorrad unterschieden. Für alle muss man verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Ein Erste-Hilfe-Kurs und ein Sehtest gelten als eine gemeinsame Voraussetzung. Ansonsten gibt es folgende spezielle Regelungen für die einzelnen Klassen:

– Führerscheinklasse A1 – Leichtkrafträder – Das Mindestalter liegt bei 16 Jahren und diese Führerscheinklasse erlaubt das Fahren eines Leichtkraftrades bis zu 125 ccm Hubraum und einer Motorleistung von bis zu 11 kW. Das erlaubte Verhältnis der Leistung zum Gewicht beträgt bis zu 0,1 kW/kg Leermasse.

– Dreirädige Kraftfahrzeuge – Das Mindestalter liegt bei 16 Jahren und es wird das Führen von dreirädrigen Kraftfahrzeugen erlaubt mit einem Hubraum von mehr als 50 ccm. Die Höchstgeschwindigkeit kann über 45 km/h liegen und die Motorleistung bis zu 15 kW betragen.

– Führerscheinklasse A2 – Das Mindestalter liegt bei 18 Jahren und diese Führerscheinklasse erlaubt das Führen von Fahrzeugen mit einer Motorleistung von bis zu 25 kW. Das maximale Verhältnis der Leistung zum Gewicht beträgt 0,2 kW/kg.

– Führerscheinklasse A – Das Mindestalter liegt bei 24 Jahren. Wer bereits einen Führerschein der Klasse A2 mindestens zwei Jahre lang besitzt, kann diesen Führerschein vor dem 24. Lebensjahr erwerben. Dazu muss er eine zusätzliche Prüfung ablegen. Mit dieser Führerscheinklasse wird das Führen von zweirädrigen Krafträdern erlaubt, mit und ohne Beiwagen, welche mehr als 50 ccm Hubraum aufweisen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt in diesem Fall über 45 km/h und die Motorleistung mehr als 15 kW.

– Dreirädrige Kraftfahrzeuge – Das Mindestalter liegt bei 21 Jahren. Wen man bereits den Führerschein der Klasse A2 besitzt, verringert sich das Mindestalter. In diesem Fall ist das Führen dreirädriger Kraftfahrzeuge mit einer Motorleistung über 15 kW mit einem Hubraum von mehr als 50 ccm erlaubt.

Theorie- und Praxisunterricht

Der Theorie- und Praxisunterricht ist für einen Motorradführerschein unerlässlich. Am Ende steht eine Prüfung an, wobei in der Regel erst die theoretische Prüfung abgelegt wird, bevor die praktische erfolgt.

Der Theorieunterricht enthält neben allgemeinen Grundlagen und Hinweisen für das Fahren im Straßenverkehr spezielle Lektionen über die Unterschiede zwischen den Maschinen, der Technik , der geeigneten Kleidung und anderen Informationen.

Bei der praktischen Ausbildung erfolgen zunächst Übungsstunden auf dem Verkehrsübungsplatz vor der Fahrt im öffentlichen Straßenverkehr. Der Fahrschüler wird auf Fahraufgaben vorbereitet, welche wichtig sind. Zu diesen zählen das Slalom-Fahren in niedriger Geschwindigkeit, das Ausweichen und die Vollbremsung. Die sog. Pflichtstunden, bzw. Sonderfahrten müssen ebenfalls absolviert werden. Diese setzen sich aus Überland-, Nacht- und Autobahnfahrten zusammen. Die praktische Prüfung selbst dauert etwa eine Stunde. Dabei wird durch den Straßenverkehr unter den Anweisungen des Prüfers gefahren, unter Anwendung des Gelernten.

Die anfallenden Kosten

Die Kosten für den Motorradführerschein können zwischen einzelnen Fahrschulen und Regionen variieren. Die ungefähren Richtwerte sind folgende:

– Führerscheinklasse A1 – ca. 1.200 Euro
– Führerscheinklasse A2 – ca. 1.300 Euro (günstiger bei Vorbesitz von A1)
– Führerscheinklasse A – ca. 1.500 Euro (günstiger bei Vorbesitz von A1)

Die Kosten fassen verschiedene Unterrichtsbestandteile zusammen. Zu diesen zählen die Anmeldegebühr bei der Fahrschule, die Übungsfahrten, die Sonderfahrten und das Lernmaterial, sowie die Kosten für den Sehtest, den Erste-Hilfe-Kurs und die Gebühren für die Prüfungen selbst und die Prüfung beim TÜV. Daneben fällt eine Ausstellungsgebühr für den Motorradführerschein an.

Zu Besuch im DDR-Motorradmuseum

Motorradliebhaber müssen mindestens ein Mal das DDR-Motorradmuseum besuchen. Denn dieses enthält 140 restaurierte Motorräder, Mopeds und Roller aus den 40 Jahren der DDR-Produktion. Das Museum bezog Ende 2008 die historischen S-Bahn-Bögen zwischen dem Alexanderplatz und dem Hackeschen Markt, gegenüber dem Berlin-Carré. Von den Herstellern sind einfach alle im Museum vertreten. Selbst Sport- und Rennmaschinen, sowie Gespanne und Fahrzeuge der Nationalen Volksarmee (NVA), der Polizei und der Feuerwehr sind ausgestellt. Zudem können im Museum richtige Schätze und Modelle des Kultrollers „Schwalbe“ bestaunt werden.

Der erste Eindruck vom DDR-Motorradsportmuseum

Bereits beim Eintreten schlägt das Herz jedes Motorradliebhabers höher. Es fallen sofort paar Modelle ins Auge, welche magisch und anziehend wirken. Wer Motorräder liebt, wird sich in diesem Museum sicherlich wie im Himmel vorkommen. Einzig eine Tatsache schmerzt etwas – nämlich dass die Motorräder zwar angeschaut, aber nicht angefasst werden dürfen.

Von alltagstauglichen Motorradklassikern bis hin zu Offroad Motorrädern

Wenn man die Treppe hinunter läuft, trifft man auf der unteren Etage auf zahlreiche Schönheiten. Für den Eindruck einer Zeitreise sorgen Gegenstände aus der damaligen Zeit. Man kann verträumt durch die Motorradklassiker wandeln. Wer ausreichend Geduld besitzt und den Blick von den Schönheiten reißen kann, sollte sich die technischen Details auf den Ausstellern durchlesen. Mit dabei sind auch Sondermodelle, wie „Moskwa“.

Die bekanntesten Hersteller und Fahrzeuge der DDR-Behörden

Der nächste Ausstellungsraum ist nicht weniger interessant. In diesem sind bunte Motorradmodelle des Herstellers ausgestellt. Immerhin gehörte MZ bis zur Wende zu den größten Herstellern von Motorrädern auf der Welt. Im selben Raum entdeckt man schnell auch Fahrzeuge der DDR-Behörden. Daneben findet man in diesem Raum eine rekonstruierte Altberliner Kellergarage von 1962 vor.

Der letzte Ausstellungsraum lädt zum Verweilen ein

Im letzten Raum des DDR-Motorradmuseums werden Filme aus der vergangenen Zeit gezeigt. Durch diese stellt man leicht fest, dass die Bürger der damaligen DDR offensichtlich so richtig begeistert vom Motorradsport waren. Neben Werbefilmen kann man Dokumentationen von Motorradrennen sehen, bei denen es über Feld und Wiesen geht. Tatsächlich galt der Motorrad-Geländesport als eine beliebte Sportart in den Anfängen des DDR.

Ein Museum, das die Liebe zum Motorrad so richtig unterstreicht

Die Liebe zum Motorrad war in der DDR offensichtlich wirklich groß und vielseitig. Das DDR-Motorradmuseum spiegelt dies wider. Denn bei fehlenden Ersatzteilen wurden welche einfach selbst angefertigt, wobei ganze Verkleidungen nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen geschaffen und montiert wurden. In diesem Museum kann man die Liebe der Fahrer zu ihren Motorrädern deutlich spüren, weshalb dieses Museum ein Muss für jeden Motorradliebhaber ist.